Web de Cologne diskutiert Auswirkungen des Leistungsschutzrechts

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Köln 30.11.12: „Schutz des geistigen Eigentums oder digitale Inhalte als Allgemeingut?“, unter diesem Titel lud das Branchennetzwerk Web de Cologne zur Diskussion und zum Networking am Abend des 29.11.12 ins Kölner studio dumont ein. Die Veranstaltung, die in dieser Form seit Mitte 2009 regelmäßig die führenden Persönlichkeiten der Internetwirtschaft im Großraum Köln vernetzt, fand bereits zum 14. Mal statt. Die 50 anwesenden Gäste verfolgten eine hochaktuelle Diskussion über das Leistungsschutzrecht, über das nahezu zeitgleich auch in Berlin im Bundestag beraten wurde. Das Leistungsschutzrecht soll die Rechte von Verlagen und Inhalteanbietern gegenüber Online-Plattformen wie Google stärken, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Joachim Frank, Chefkorrespondent des Kölner Stadt-Anzeigers. Er sprach auf dem Podium mit Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger BDZV und Herausgeber der Kölnischen Rundschau, und Björn Schumacher, Innovation Manager bei dw-capital, Erfinder des Social News-Dienstes Virato.de und Mitgründer der Initiative ADIZ – Anbietervereinigung für digitalen Inhalte- und Informationszugang. Während beide Referenten betonten, dass sie grundsätzliche eine Rechtssicherheit bei der Verwertung von Inhalten im Internet begrüßen würden, hatten sie zum Leistungsschutzrecht gänzlich entgegengesetzte Positionen:

Helmut Heinen befürwortete das Leistungsschutzrecht: „Wir brauchen ein Leistungsschutzrecht, weil manche gewerbliche Anbieter „Informationsfreiheit“ sagen und „kostenlose Nutzung von Presseinhalten zum eigenen Profit“ meinen“. Gegen das Leistungsschutzrecht sprach sich Björn Schumacher aus: „Das Leistungsschutzrecht ist grundsätzlich abzulehnen, da es die Informationsfreiheit und -transparenz in Deutschland erheblich beeinträchtigen würde. Zudem ist es ein Innovationsblocker, da besonders junge Unternehmen vor rechtliche und finanzielle Unsicherheiten gestellt werden.“ Das Publikum beteiligte sich im Anschluss rege an der kontroversen Diskussion und führte die Gespräche beim Networking bis in den späten Abend fort.